Jehanster
Das Dorf Jehanster liegt auf einem Kamm hoch über den Anhöhen des Hohen Venns, flankiert von zwei Wachtürmen: Jonckeu und Faweux. Im Zentrum von Jehanster findet man etwas verborgen die alte Kapelle von Jehanster, die zunächst in Stall und Schuppen und schließlich in ein Wohngebäude umfunktioniert wurde. Die Kirche Saint-Roch beherbergt eine Orgel, die in das wallonische Kulturerbe aufgenommen wurde. Chöre, die häufig bei Messen singen, werden von dieser wunderbaren Orgel begleitet.
Im Wald befindet sich das Kreuz des Petit Jean ("Croix du Petit Jean" oder "Lu creûs dè p’tit Dj’han", dessen Ursprung auf jene Zeit zurückreicht, als die Region noch Teil des Fürstbistums Lüttich und genauer noch des Marquisats Franchimont war. An dieser Stelle, wo sich die Wege von Jehanster nach Limburg und von Verviers nach Sart kreuzten, soll eine Holzschuhfabrik existiert haben. Auffallend ist, dass es in der Gegend südlich von Verviers überall Kreuze gibt; der Ursprung dieser Kreuze geht zurück ins 16. Jahrhundert, als sich die Eisenindustrie zu entwickeln begann. Als sich der Fürstbischof Erhard von der Mark der Abholzung seiner Wälder bewusst wurde (die Schmieden wurden mit Holz betrieben), grenzte er Gebiete ein, in denen den Bewohnern das Abschlagen von Bäumen verboten war. Diese Schutzgebiete wurden durch Grenzmarken in Form von Kreuzen abgesteckt. Das Kreuz des Petit Jean geht auf diese Epoche zurück. Es handelt sich dabei also um ein altes "Grenzkreuz", auf dem ein Christus angebracht wurde. Auch eine Legende birgt dieser Ort, wonach ein armer Mann namens Petit Jean an dieser Stelle erfror, als er sich auf einem langen Weg befand. So wurde hier ein Kreuz errichtet, um den Gefahren zu gedenken, denen Reisende zu dieser Zeit ausgesetzt waren.
Im Weiler "Le Trou du Many" im weitläufigen Wiesengebiet findet man eine Quelle vor, die früher allseits bekannt war. Heute, umgeben von Mauern und einer Überdachung, speist sie eine Tränke für das Vieh. Es war eine einzigartige Quelle, die nie versiegte: warm im Winter und kalt im Sommer. Eine alte Legende wird über sie erzählt: die Legende von der Schlange von Many.
Oben auf einem Hügel gelegen, erkennt man La Heid de Chaumont mit dem in einem Gehölz errichteten Kreuz. Aufgrund seiner dominanten Lage auf dem Hügel des Bois de Chaumont sieht man es bereits von fern. Das Wort "Heid" bezeichnet einen steilen, mit Bäumen und Heide bewachsenen Hang. Von diesem Hügel, den früher manche für einen erloschenen Vulkan hielten, schlug man Steinblöcke heraus, aus denen Mühlsteine gefertigt wurden.
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