Oneux
Die ersten Häuser des Dorfes siedelten sich rund um seine Kirche auf dem felsigen Kamm des Hügels an. Die Kirche, die im frühen 17. Jahrhundert auf einer kleinen Anhöhe zwischen mächtigen Linden erbaut wurde, ist dem Hl. Georg geweiht, den man bei Ohren- und Kopfschmerzen um Erlösung bat. So gab es in früheren Zeiten den wohl eher fragwürdigen Brauch, dass Pilger, die an einem der beiden Leiden litten, mit einer Eisenkrone auf ihrem Kopf drei Mal um die Kirche gehen mussten, um von ihrem Leiden erlöst zu werden.
Die "Ferme de la Tour Wolff" stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Der Turm wurde nach François Wolff, Bürgermeister von Theux, benannt, dem der Fürstbischof Ferdinand von Bayern 1645 die Erlaubnis zum Bau bzw. zum Ausbau des Turms des Anwesens erteilte, um für die Bewohner von Oneux einen Ort zur Verteidigung und des Rückzugs zu schaffen.
Das ganz in der Nähe befindliche Schloss Sohan und das Gehöft von Oneux bildeten bereits im 17. Jahrhundert eine wichtige Einheit.
Le Cazer besteht aus mehreren kleinen Häusern, die eine Art Bergarbeitersiedlung aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts bilden. In Fachwerkbauweise und mit verputzten Ziegelmauern wurden sie für die Bergarbeiter von Rocheux errichtet. Die Häuser sind direkt aneinander gereiht und die Mauern sind aus Lehm. Sie haben zwei Fassaden und ein Obergeschoss, da in jedem Haus zwei Familien wohnten; jede Familie hatte zwei Zimmer mit 5x5 m, eines mit offenem Feuer zum Wohnen und eines zum Schlafen. Die alten Minen von Rocheux sind heute ein Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 500 ha. Eine der Minen erlebte ihre Hochblüte von 1857 bis 1880 als sie bis zu 450 Bergarbeiter beschäftigte. Im Laufe der Jahre sammelten sich auf diesem einzigartigen Areal Schlacke und mineralische Rückstände an, die zur Entwicklung einer außergewöhnlichen und seltenen Fauna und Flora führten. 1949 wurden die Galmeihalden von Rocheux als wallonische Kulturerbestätte klassifiziert.
Der Weiler "Le Thier du Gibet" (das Wort "Thier" ist eine französisierte Form des wallonischen Wortes "tiér" oder "tchêr" und bedeutet Hügel, steiler Hang oder auch steiler Weg). Der Weiler "Lu tchêr dè djibet" ist also dieser Hügel zwischen Theux und Oneux, dessen Kuppe von zahlreichen Bewohnern von Theux zu erblicken ist. In Aufzeichnungen aus 1380 wird er als Galgenberg erwähnt; im 18. Jahrhundert wurde er aufgegeben. Um 1950 fand bei einer Wallfahrt in der Kirche von Theux eine Prozession auf diesen Hügel statt, bei der man auf seiner Kuppe ein provisorisches Kreuz aufstellte. Um 1955 spendete ein Bewohner von Theux ein monumentales, 5 Meter hohes Kreuz, das auf dem Hügel montiert wurde. 1988 wurde die Stätte in das Kulturerbe aufgenommen. Le Thier du Gibet galt lange Zeit als gemiedener Ort. Man erzählt ihn sich auch als Unterschlupf der roten Ziege. (Legende)
