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Naturschauplätze

Der Laubengang von Haut-Marais

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Der Laubengang von Haut-Marais erhielt seinen Namen von dem benachbarten Anwesen, „Schloss von Hauts Marais“, das den Familiennamen seiner ersten Besitzer zu Beginn des XVII. Jahrhunderts trägt. Simon de Marais, Generaleinnehmer des Fürstbischofs von Lüttich, erwirbt an dieser Stelle 20 Bonniers Land und lässt ein Anwesen errichten. Eine Familiendynastie folgt der anderen. Nach den Pierponts und Borchgrave d'Alténa, lässt sich der Unternehmer J.R. Nys dort nieder. Ihm ist auch die Errichtung des Laubengangs 1885 zu verdanken. Dieser war damals weit größer und führte in Form eines T's vom Hauptgebäude zu den Nebengebäuden und bis zur Grenze des Anwesens. Zu dritt nebeneinander konnte man dem Gang über eine Strecke von einem Kilometer folgen. Mit 573 Metern Länge und 4.700 Buchengewächsen, von denen 60 bis 70 % hundertjährig sind, gilt der Laubengang als längster in Europa und steht seit dem 12. Dezember 1979 unter Denkmalschutz.

Das Fenster von Theux

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Dabei handelt es sich um eine besondere und seltene geomorphologische und geologische Erscheinung. Bei den enormen Faltungen der Erdkruste, die innerhalb von Jahrmillionen stattfanden, schob sich eine Platte nach und nach über eine andere und überlagerte diese schließlich. Im Laufe der Zeit schuf die Erosion langsam eine Öffnung in der oberen Platte, so dass die Böden der unteren Platte zu erkennen sind.
Vor Millionen von Jahren war das heutige Theux in der Tat Schauplatz einer in Westeuropa einzigartigen geologischen Umwälzung. Während von Ciney bis Aachen alle, recht einheitlichen, geologischen Schichten parallel zur Maas verlaufen, entstand in Theux ein Riss in dem harten Ardennen-Boden, wodurch ältere Schichten als die des Condroz auftauchten, das ist das „Fenster“ von Theux.
Einige gehen davon aus, dass es durch Erosion entstanden ist, andere vermuten durch einen Erdstoß; wie sollte man sonst eine solche Erosion, auf einer solchen Dicke (200 m) genau an diesem Ort erklären, vor allem, da keine Spuren von erodierten Steinen zu finden sind...
Das „Fenster“ von Theux verdient den Versuch einer vereinfachten Erklärung. In der Geowissenschaft ist ein Fenster mit dem Phänomen der Überschiebung verbunden. Bei Überschiebungen wird durch die Tektonik Gesteinsmasse, die als Decke oder Allochthon bezeichnet wird, über eine andere Gesteinsmasse, Autochthon genannt, transportiert. Dieser Transport erfolgt vor allem horizontal. Wenn durch Erosion eine Öffnung in der verschobenen Decke entsteht und ein Teil des Autochthon freigelegt wird, dann wird dieser Teil als Fenster bezeichnet. Diese Erscheinung unterliegt einer ständigen Entwicklung, da zurzeit Bodenerosion stattfindet. Daher kann sich die Fläche des Fensters im Laufe der Zeit nur vergrößern. Natürlich sind die Veränderungen in einem Menschenleben nicht wahrnehmbar; es müssen geologische Zeiteinheiten angesetzt werden.

Durch dieses Fenster ist also eine Reihe von geologischen Schichten zu erkennen, die sichtbare stratigraphische Abfolge weist kaum Lücken auf.
So findet sich im Bereich des einstigen, riesigen Ardennenwaldes, der für die Landwirtschaft kaum geeignet ist, eine für die Region sehr ungewöhnliche Landschaft: Gerundete Berge und Täler werden von der Hoegne und deren Zuflüssen durchschnitten, „ tidges“ mit langen Kammwanderwegen auf harten Felsen, Vertiefungen oder regional „chavées“, deren Grund mit weichem Kalkstein aufgefüllt ist.
Diese letzte Besonderheit ist unter anderem der Grund für zahlreiche unterschiedliche Steinbrüche, die Steine für das Baugewerbe und den Straßenbau, vor allem im Staneux, in Timonheid, in Spixhe, in Franchimont, im Thuron, in Le Stockis, in Chawieumont, im Wald von Otmont und im Heid de Chaumont (lose Steine). Am berühmtesten sind die beiden sehr feinen Adern mit Kalkstein oder schwarzem Marmor (im Wayot und in Juslenville), die sehr fein und daher leicht zu bearbeiten sind. Vom II. Jahrhundert bis zum Anfang des XIX. Jahrhunderts wurden die Gesteine abgebaut und zur Dekoration und z.T. auch für das Baugewerbe exportiert.
Tillot und Thier du Gibet verfügen auch über Sandsteinbrüche, die Flüsse liefern den Kies.
In der Vertiefung hat sich auch vom Regen mitgeführter Gesteinsstaub angesammelt, der sehr fruchtbare Lehmmulden bildet.
Im Inneren des „Fensters“, am häufigsten an dessen Rand, hat das Kohlendioxid des Regenwassers den Kalkstein rasch aufgelöst und Rinnen, Röhren geschaffen, durch die die Erze durch Vulkanismus nach oben stiegen:
  • Brauneisenstein
  • Galmei
  • Zinkblende
  • Pyrit
  • Galenit

Im Untergrund findet sich auch Pb und Fe.

Le Chafour

Le Chafour 3.jpg

Die Bezeichnung Chafour leitet sich von „four à chaux“ (Kalkofen) ab. Kalköfen fanden in der Gegend um Theux sehr häufig, da der Kalkstein ansonsten in den Ardennen wenig verbreitet war. Le Chafour ist also ein ehemaliger Steinbruch in unmittelbarer Nähe des Dorfes La Reid. Aber gleichzeitig weist der Ort auch eine Besonderheit, die „Schluchten“ auf. Dort verschwindet ein Bach abrupt unter der Erde und tritt später, manchmal sehr weit entfernt, wieder an die Oberfläche. Zudem hat hier das saure Bachwasser den Kalkstein angegriffen und ausgehöhlt, bis dass das Gewölbe einstürzte und so ein kleiner Canyon freigelegt wurde. Der Umweltverband von Theux (ATE) befand die Stätte für so interessant, dass er dort einen Lehrpfad anlegte.