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Polleur

In der Hauptstraße von Polleur befindet sich das Theater "L'Autre Rive", das ursprünglich ein Privatwohnhaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es in ein kleines Theater umgebaut, doch wurde es einige Jahre lang geschlossen und erst 2002 wieder als Theater geöffnet. An der Bundesstraße, die Jehanster mit Tiège verbindet, ragt das Denkmal des Kongresses von Polleur empor, das an das Treffen der Abgeordneten der verschiedenen Bänke der Region im Jahr 1789 erinnern soll, bei dem die Freiheiten und Rechte der Gemarkung Franchimont wiederhergestellt wurden. Nach mehreren Verhandlungstagen verabschiedete der Kongress eine "Menschen- und Bürgerrechtserklärung", die die Ideen jener Erklärung aufgriff, die von der französischen Nationalversammlung kurze Zeit vorher proklamiert wurde, und die stellenweise an lokale Gegebenheiten angepasst wurde. Der Kongress von Polleur sollte also eine nicht unwichtige Rolle in der Lütticher Revolution spielen. Das Moulin-Viertel (Mühlenviertel) und der Weiler Ewéréville (was "abgelegenes Dorf" bedeutet, da es von den vier Weilern von Jehanster der entlegenste war), die sich auf der anderen Seite der Bundesstraße befanden, entwickelten sich zur Hochburg der freien Republik von Moulin. Früher existierte in diesem Weiler nämlich eine Mühle, die vom gesamten "Bann" gegen eine Abgabe zu benutzen war (von da her die Bezeichnung "banal"). Der Weiler Neufmarteau erinnert uns an die vom Hüttenwesen und Bergbau geprägte Vergangenheit der Gemeinden Jalhay und Theux. Tatsächlich entstanden entlang der Hoëgne zahlreiche Eisen- und Hüttenwerke. Jedes Jahr am 1. Mai findet in Polleur ein riesiger Trödelmarkt mit einer großen Händlerschar statt.

 

    

Die alte Brücke

 
 

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Pont de Polleur

Sie befand sich an jener Stelle, wo die antike Römerstraße von Trier nach Tongeren die Hoëgne überquerte. Das Jahr 1767 ist in die Brüstung der Brücke eingemeißelt. Man findet einen gusseisernen Christus und gegenüber eine schöne Madonna mit Kind vor, die im Jahr 1996 geweiht wurde. Das Bauwerk ist Teil des wallonischen Kulturerbes und wurde von 1978 bis 1980 renoviert.

 
     

 

 

    

der Liebfrauen- und Jakobskirche

Dédiée à Saint Jacques et Notre-Dame, citée dès 1391, réfectionnée en 1450, transformée en 1591 et 1902 elle constitue le plus attachant des vestiges du passé Pollinois.

 
 

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clocher Tors

Der gewundene Glockenturm der Liebfrauen- und Jakobskirche

 

Die dem Hl. Jakob und Unserer Lieben Frau geweihte Kirche wurde bereits 1391 urkundlich erwähnt, 1450 renoviert, 1591 und 1902 umgebaut und ist das faszinierendste Relikt aus der Geschichte von Polleur. 

Die Turmspitze, die gemeinhin dem späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert zugeordnet wird, ist eine zusammengesetzte Spitze. Der untere Teil ist ein achteckiger, gewundener Pyramidenstumpf, der an seiner Basis durch Schrägflächen mit dem Turm verbunden ist. Der obere Teil ist eine regelmäßige, achteckige Pyramide, die sich nach unten hin weitet, um an den unteren Teil anzuschließen. Der untere Teil ist so gewunden, dass der Winkel zwischen der Spitze einer Kante und ihrer Basis 45° beträgt.
Auch wenn der Legende zufolge die Windung des Glockenturms von einem Fußtritt des Teufels bei dessen Errichtung stammen soll, ist dem ganz und gar nicht so. Im Gegensatz zu anderen unregelmäßigen Turmspitzen der Region (Awans, Jalhay, Goé, Herve, Baelen) ist die Form hier keineswegs auf ein altersbedingtes Verformen oder Verziehen des Holzes zurückzuführen. Der Dachstuhl des Glockenturms von Polleur zeugt eindeutig von einer gewollten Rechtsdrehung des Turms, da die Balken Dreiecke bilden, die naturgemäß unverformbar sind.
Diese geschraubte Form, die dem Wind eine geringere Angriffsfläche bietet, könnte die von den Erbauern gefundene Lösung gewesen sein, um Stürmen besser standhalten zu können.