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Gemarkung Franchimont

Die Gemarkung Franchimont zwischen Weser und Amel war früher ein Teil des Fürstbistums Lüttich. Sie war von den übrigen Lütticher Ländereien völlig abgeschnitten und bildete eine Enklave zwischen dem Herzogtum Limburg und der Fürstabtei Stablo-Malmedy. Noch heute wird sie hin und wieder als "Marquisat Franchimont" bezeichnet, obwohl man sich so gut wie sicher ist, dass es nie einen anderen Marquis als die Fürstbischöfe von Lüttich gegeben hat. Zu Römerzeiten existierte in Theux bereits eine römische Villa. Sie ging in der Folge in den Besitz der fränkischen Könige über. Es existiert noch eine Urkunde, die Ludwig der Fromme, Sohn von Karl dem Großen, im Jahr 817 "in seinem königlichen Palast von Theux, am Wasser von Polleur" unterzeichnete. 898 vermachte Zwentibold, König von Lotharingien, die Ländereien von Theux, das heißt die ehemalige Villa mit dem dazugehörigen Gebiet, das später Franchimont genannt wurde, der Kirche von Lüttich, behielt sich jedoch das Jagdrecht in den Wäldern vor. 915 trat Karl der Einfältige, König von Frankreich und damaliger Herrscher über Lotharingien, schließlich auch dieses Jagdrecht an die Kirche von Lüttich ab. Unter der Regentschaft der Fürstbischöfe begannen die Wälder sich zu lichten; die noch spärlichen Bewohner machten den Boden urbar und bebauten die Äcker; Dörfer entstanden: Sart, Spa, Jalhay und im 11. Jahrhundert Weiler, deren Namen auf "ster" endete: Jehanster, Surister, Solwaster, Herbiester, Pepinster usw. Die Gemarkung Franchimont umfasste die vier Bänke Theux, Sart, Spa und Jalhay. Die letzten drei entsprachen bereits den gleichnamigen Gemeinden von heute. 1796 wurden die Gemeinden Polleur und La Reid, und 1851 auch die Gemeinde Pepinster von der Bank Theux abgespaltet. Die Bank Verviers und die Lehnsherrschaft Andrimont wurden an Franchimont angegliedert, aber nur in militärischer Hinsicht: Ihr Heer gehörte zum Regiment von Franchimont. Wann fand diese Angliederung statt? Es ist bekannt, dass 1323 ein Gutsherr namens Godefroid sein Allod Andrimont dem Fürstbischof von Lüttich zueignete und es als Lehen wieder zurücknahm. Es wird angenommen, dass die Angliederung von Verviers an das Fürstbistum etwa zur gleichen Zeit stattfand. Das Feudalregime wurde in Franchimont nie eingeführt; es sind weder Leibeigene noch Lehnsherrn bekannt. In jeder Bank gab es einen Gerichtshof, der aus einem Bürgermeister und sieben Schöffen bestand; der Gerichtshof hatte nicht nur die Rechtsprechung inne, sondern er regelte auch die Angelegenheiten der jeweiligen Bank. Die Burg Franchimont in der Nähe von Theux hat weder etwas mit der ehemaligen römischen Villa noch mit dem Jagdanwesen der fränkischen Könige gemeinsam. Auf der so genannten "wède à l'tour" (Weide) waren selbst 1600 noch ehemalige Gebäude zu sehen. Die im späten 11. Jahrhundert, zur gleichen Zeit wie die Burg Limburg erbaute Festung Franchimont diente vor allem als Gefängnis.

(Maurice MARECHAL, "Au pays de Franchimont", historischer Abriss)